
Oberbayerischen Seen und Salzburger Land
Diese Tour widmet sich den Seen Oberbayerns mit Abstechern in das Salzburger Land und nach Tirol. Der Start ist wahlweise in Saalbach oder am Chiemsee.
TirolMotorradregion Tirol34 Strecken · 49 Pässe
Der Motorrad-Guide in Tirol: die besten Strecken, Touren, Streckensperrungen, Sehenswürdigkeiten und Anreise.
Tirol ist kein Revier, das sich an einem Wochenende abfahren lässt. 12.648 Quadratkilometer, geteilt in Nordtirol und das räumlich abgetrennte Osttirol, dazu mit 719 Kilometern die längste Außengrenze aller österreichischen Bundesländer: im Norden Bayern, im Westen Vorarlberg, im Südwesten Graubünden, im Süden Südtirol und die Provinz Belluno, im Osten Salzburg und Kärnten. In der Mitte liegt der Inn, der das Land der Länge nach aufschneidet und den einzigen durchgehend flachen Korridor bildet. Alles andere geht bergauf.

Daraus ergibt sich der Streckencharakter. Das Inntal ist Logistik — breit, schnell, von Autobahn und Bundesstraße doppelt belegt. Gefahren wird auf den Abzweigen: Von Norden und Süden münden Seitentäler ein, und fast jedes endet entweder an einer Passhöhe, an einer Gletscherstraße oder in einer Sackgasse mit Aussicht. Eine Tagesetappe koppelt hier üblicherweise zwei bis drei dieser Täler und nutzt den Talboden nur als Verbindungsstück. Innsbruck liegt als Landeshauptstadt ziemlich genau in der Mitte dieses Systems.
Das schwerste Geschütz steht im Ötztal. Die Timmelsjoch Hochalpenstraße zieht von Sölden über Hochgurgl auf 2474 Meter und wechselt dort ins Südtiroler Passeier — eine Mautstrecke, täglich von 7 bis 20 Uhr befahrbar, etwa von Mitte Oktober bis Mitte Juni gesperrt. Die Nordrampe ist breit ausgebaut, die italienische Südseite mit durchschnittlich 6,4 und maximal 14 Prozent Steigung enger und deutlich verwinkelter. Der Sattel trennt die Ötztaler von den Stubaier Alpen; die Staatsgrenze verläuft seit 1920 exakt über die Passhöhe.
Im selben Tal folgt die zweite Steigerung. Die Ötztaler Gletscherstraße führt ab Sölden auf 15 Kilometern zum Rettenbach- und zum Tiefenbachferner. Am Ausgang des Rosi-Mittermaier-Tunnels, des höchstgelegenen Straßentunnels Europas, steht man auf 2829 Metern — dem höchsten Punkt der Alpen, der auf Asphalt erreichbar ist. Der Reiz liegt nicht in der Fahrtechnik, sondern in der Höhe, die man ohne Seilbahn erreicht.

Der westliche Nachbar hat sein eigenes Hochprojekt: Die Kaunertaler Gletscherstraße steigt ab Feichten auf 26 Kilometern und 29 Kehren von 1287 auf 2750 Meter, im Schnitt zehn Prozent, Kehrenradius 28 Meter. Rund 1500 Höhenmeter am Stück — das ist die Größenordnung, in der hier gerechnet wird. Weiter südlich schiebt sich die Reschenstraße (B 180) über den Reschenpass auf 1507 Meter, an Nauders vorbei und hinunter in den Vinschgau. Kurz hinter der Grenze ragt der Kirchturm des 1950 gefluteten Dorfes Graun aus dem Stausee — einer der bekanntesten Fotostopps der Achse.
Wer es enger mag, fährt das Hahntennjoch: 29 Kilometer von Imst über Pfafflar und das Bschlaber Tal nach Elmen im Lechtal, Scheitel auf 1894 Metern, Rampen bis 18,9 Prozent. Kein Passstraßen-Ausbau, sondern Landesstraßen-Querschnitt — L 246 auf der Imster Seite, L 72 über Pfafflar, L 266 hinunter ins Lechtal. Wohnwagen, Anhänger über zwei Tonnen und Fahrzeuge über 14 Tonnen sind ganzjährig ausgeschlossen, die Wintersperre läuft in der Regel von November bis Ende April. Mautfrei, technisch fordernd, und deshalb seit Jahrzehnten einer der Tiroler Motorradklassiker.
Als Querverbindung zwischen Inntal und Ötztal funktioniert das Kühtai. Von Kematen führt die Sellraintalstraße (L 13) auf rund 2020 Meter hinauf, die Kühtaistraße (L 237) auf der anderen Seite hinunter nach Ötz. Der Sattel ist damit einer der höchsten mautfrei überquerbaren Punkte Tirols und spart bei Rundtouren den Umweg über den Talboden.

Nördlich des Inn ändert sich der Ton. Der Fernpass (B 179) ist mit 1216 Metern niedrig, höchstens acht Prozent steil und ganzjährig offen — dafür stark befahren; Blindsee und Fernsteinsee liegen als Bergsturzseen direkt an der Trasse. Der Zirler Berg (B 177) nimmt auf vier Kilometern 388 Höhenmeter mit bis zu 16 Prozent. Und die Achenseestraße (B 181) läuft auf 33,5 Kilometern von Strass im Zillertal über die Kanzelkehre und am Ostufer des Achensee entlang bis zum Achenpass an der bayerischen Grenze. Der See ist mit 8,4 Kilometern Länge, 6,8 Quadratkilometern Fläche und 133 Metern Tiefe der größte Tirols.
Im Osten übernimmt das Zillertal. Die Zillertaler Höhenstraße ist keine Passstraße, sondern ein Balkon: knapp 20 Kilometer Mautstrecke auf bis zu 2133 Metern am Arbisjochkopf, erschlossen über fünf mautfreie Zufahrten aus Ried, Kaltenbach, Ramsau, Aschau und Zellberg. Am Talschluss führt der Gerlospass auf 1531 Metern nach Salzburg hinüber; die Gerlos Alpenstraße ist mautpflichtig, dafür ganzjährig durchgehend befahrbar.
Die großen Transitachsen sind Fahrstrecke und Zubringer zugleich. Über den Brenner (1370 Meter, B 182) läuft seit der Antike der Verkehr nach Italien; im Westen führt die Arlbergstraße (B 197) auf 1793 Meter und ist bis auf Lawinensperren ganzjährig offen — der mautpflichtige Arlberg-Straßentunnel darunter misst 13,97 Kilometer. Beide Übergänge sind eher Verbindung als Selbstzweck, sparen aber Zeit, wenn eine Runde weit ausholt.

Osttirol ist ein Kapitel für sich, weil es an Nordtirol nicht angrenzt. Die innerösterreichische Verbindung übernimmt die Felbertauernstraße: rund 38 Kilometer von Mittersill nach Matrei in Osttirol, mit 5,3 Kilometer langem Scheiteltunnel auf 1650 Metern, mautpflichtig und ganzjährig offen. Nach Süden führt der Staller Sattel auf 2052 Metern ins Antholzertal — Einbahnbetrieb per Ampel, talwärts Richtung Antholz jeweils Minute 1 bis 15, bergwärts Minute 31 bis 45 jeder Stunde, Saison etwa Mitte Mai bis Ende Oktober. Hier steht auch der höchste Berg des Landes, der Großglockner mit 3798 Metern; in Nordtirol führt die Wildspitze mit 3768 Metern.
Was das Revier fahrerisch prägt, ist diese Höhenspanne. Zwischen Talboden und Scheitel liegen regelmäßig 1000 bis 1500 Meter, und die legt man in einer Vormittagsetappe zurück. Entsprechend fällt die Temperatur: Was unten nach kurzen Handschuhen aussieht, verlangt oben Membran und Halstuch. Der Belag wechselt im gleichen Maß — unten breite, gut ausgebaute Landesstraßen mit langgezogenen Radien, weiter oben schmalere Trassen, engere Kehren und nach dem Winter die üblichen Frostschäden an den Rändern. Kurz: Tirol wird nicht in Kilometern gefahren, sondern in Höhenmetern.
Die Saison richtet sich nach den Scheiteln. Fernpass, Arlberg, Gerlos und Felbertauern sind ganzjährig offen und tragen die An- und Abreise; Timmelsjoch, Hahntennjoch, Staller Sattel und die Gletscherstraßen öffnen je nach Schneelage im Frühsommer und halten bis in den Oktober. Der Sommer bringt im Talboden Hitze und am Nachmittag Quellbewölkung, oben dagegen klare Luft — wer früh startet, hat die Passhöhen weitgehend für sich und fährt die Abfahrten, bevor der Tagesverkehr einsetzt. Genau darin liegt der Reiz dieses Reviers: Es gibt keine Tour, die alles mitnimmt, sondern nur die Entscheidung, welche zwei Täler es heute werden.
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Diese Tour widmet sich den Seen Oberbayerns mit Abstechern in das Salzburger Land und nach Tirol. Der Start ist wahlweise in Saalbach oder am Chiemsee.

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Die Gebirgslandschaft rund um den Großglockner ist immer eine Reise wert. Zum Start der Leserwoche geht es durch Kaiserbachtal.



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